„überzeugte“ Europäer

Es gibt einige, die nennen sich selbst „überzeugte“ Europäer, was komisch ist, denn das würde analog bedeuten, man könne z. B. auch überzeugter Deutscher, Italiener, Franzose sein. Oder überzeugte Grünäugige, Geradnasige, Zweibeinige.

Was so jemand eigentlich sagen will ist, dass er/sie von dem Konstrukt EU überzeugt ist. Und dieses ist in meinen Augen eine Zwangsjacke. Oder um in das auch gern verwendete Bild zu wechseln ein hässliches Haus. Wo es vorher von der Hütte bis zur Villa, vom Reihenhaus bis zur Ferienwohnung alles Mögliche mit seinem eigenen Charme gab, steht jetzt der Wohnblock Europa. Alle Wohnungen gleich geschnitten, aneinandergereiht mit endlosen Fluren, nicht passend für die Mehrzahl der Bewohner: konstruiert für das Heteroehepaar mit dem durchschnittlich einen Kind passt die Wohnung schon nicht mehr wenn der Opa in Pflege aufgenommen wird oder für den Single. Der eine hat zu viel Raum, der andere zu wenig, dem Dritten gefällt der Schnitt nicht und der Vierten die Aussicht.

Unter dem Deckmäntelchen des „Friedens“ werden alle in die gleiche Form gepresst. Was nicht passt, wird passend gemacht, was alles andere als eine friedliche Handlung ist und was auf Dauer auch nicht zu friedlichem Nebeneinander führt. Denn was nur wenigen passt, macht alle anderen unzufrieden. Der Mensch, ein Ort, ein Landstrich, eine Ethnie, eine Religionsgemeinschaft, eine Sprachgemeinschaft, jeder empfindet Individualität in der Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, unter Ausschluss von vielen anderen zwar, aber doch gewollt, toleriert, akzeptiert, nicht in Frage gestellt. Diese EU-Normierung und Gleichmacherei führt zur Verletzung des persönlichen Identitäts- und Zusammengehörigkeitsgefühls. Menschen möchten gerne selbst bestimmen, wo sie sich zugehörig fühlen und wo nicht. Dass man uns unaufhörlich mit der EU- bzw. Europa-Identität vollschwallt, macht uns doch nicht friedlicher. Auch die gemeinsame Währung, die den dauerhaften Frieden nach Europa bringen sollte, macht uns z. B. kein bisschen toleranter. Wer mit dem gleichen Zahlungsmittel zahlt bricht keinen Krieg vom Zaun? Das wollen wir mal sehen. Bequemer reisen? Drauf gepfiffen. Hat man uns so verkauft. In Wahrheit geht es darum, dass internationale Geschäfte besser flutschen. Ist natürlich an sich nichts Schlechtes, hat uns aber in das Euro-Korsett gezwängt, das jetzt hinten und vorne zwickt und bei dem die ersten Nähte schon aufgegangen sind, die jetzt irgendwie, man weiß nicht wie, geflickt werden müssen. Das ganze Konstrukt wird uns beizeiten um die Ohren fliegen, friedlich natürlich.

Was uns in Europa wirklich Frieden bringen würde wäre der Abbau von Rüstungsindustrie, damit einhergehend das Ende sämtlicher Rüstungsexporte, das Beenden von Rohstoffkriegen und „humanitärer“ Einmischung aller Art sowieso. Eine Regierung, die im Auftrag des Wählers handelt, denn dazu ist sie ermächtigt. Eine nationale Gesetzgebung in jedem (gerne EU-) Land, die es den globalen Konzernen unmöglich macht, sich die Rosinen rauszupicken ohne dafür Gegenleistungen zu erbringen, ebenfalls eine nationale Gesetzgebung, die verhindert, dass Vermögen angehäuft werden, die obszön sind und die die Schere zwischen Arm und Reich wieder auf ein vernünftiges Mass schließt. Ein Wirtschaftssystem, das nicht mehr auf Konkurrenz aufbaut sondern auf Kooperation, das auch nicht wachsen muss, sondern wachsen kann. Ein Geldsystem, das nicht intrinsisch das Wachstum bis zum Kollaps braucht. Es gäbe ganz viele Stellschrauben, die die Zufriedenheit der Bürger steigern und damit den Frieden sichern. Wäre der Frieden von den Entscheidern gewünscht, wir hätten ihn immer gehabt.

Jemand, der sich „überzeugter“ Europäer nennt, muss sich die Frage gefallen lassen, warum er nicht den letzten Schritt geht zum „überzeugten“ Weltbürger. Sooo gleich sind wir dann wohl doch nicht.

Immer diese Unzufriedenheit

bei gleichzeitiger Lethargie. Im Großen wie im Kleinen. Ich kann es nicht mehr ertragen, dass immer jemand anderes schuld sein soll an der Situation, wie sie gerade ist (wahlweise verantwortlich, wenn man dieses Wort vorzieht, klingt ja auch besser), an den Zuständen im Allgemeinen und an der Ungerechtigkeit im Besonderen. Immer alles die anderen/Experten/die da oben regeln lassen, sich um nichts kümmern und dann klagen und jammern, als könnte man selbst alles viel besser. Und am besten dabei Schnute ziehen. Böse Welt.

Frage: welches ist das Schlüsselwort des obigen Absatzes? „Könnte“. Entweder Du kannst es eben nicht, oder dann mach doch! Dann hast Du es wenigstens versucht.

 

Chef/in gesucht

Komisch. So eine Stellenanzeige lese ich nie. Warum tun sich nicht drei kompetente Sachbearbeiterinnen oder Helferinnen zusammen und suchen sich z. B. einen Patentanwalt, eine Steuerberaterin oder Ärzte, die sie anstellen?

Arbeitsverhältnisse sind Kooperationen. Die eine Seite kann nicht ohne die andere. Ohne Sachbearbeiter kann sich z. B. der Patentanwalt nicht auf das konzentrieren, was er am besten kann und was er studiert hat. Er müsste seine teure Arbeitszeit mit Aktenanlegen und Formbriefen und klassischer Sekretariatsarbeit zubringen und würde mit einer 40-Stunden-Woche nur so wenig gegenüber dem Mandanten abrechenbares Honorar erwirtschaften, dass er oder sie seine Arbeit von zu Hause erledigen müsste, Geschäftsräume zu finanzieren dürfte schwer sein. Spitzen und Flauten in der Aktenbearbeitung könnten nicht abgefedert werden, mal ist zu viel zu tun, mal nichts. Wie viele Mandate kann man gleichzeitig betreuen bei gleichbleibender Qualität der Arbeitsleistung? Für ein Auskommen geradeso würde es reichen, für mehr vermutlich nicht.

Wohingegen die optimale Arbeitsteilung darin besteht, dass die Mitglieder einer solchen Kooperation ihr jeweils Bestes einbringen und sich als Team begreifen, in dem Entscheidungen gemeinsam getroffen werden und alle das gleiche Interesse an reibungslosen Abläufen haben. Das wäre dann auch die Grundlage, auf der man über Gehalt nachdenken kann, wenn man denn unbedingt in den Kategorien des Arbeitgebers und Arbeitnehmers denken möchte. Angemessen wäre aber im Fall so einer Kooperation das Aushandeln von Anteilen, gerne orientiert an dem Grad der Ausbildung und der eingebrachten Arbeitszeit.  Auf alle Fälle würde es das hierarchische Denken unterwandern „ich Chef, Du nix“. Denn wenn „Chef“ erstmal begreift, dass ER oder SIE ohne die vielen „Du“ nichts ist, kann eine völlig neue Arbeitswelt entstehen, in der sich die Mehrheit nicht mehr ausgebeutet und unterbezahlt fühlt, weil sie es nicht mehr ist.

So geht Andersdenken.

Genug

Wir leben schon sehr lange im Zeitalter des „MEHR“. Mehr Geld, mehr Urlaub, mehr Konsum, mehr Europa, mehr Sicherheit. Wir sind so sehr mit diesem „MEHR“ verwoben, dass wir gar nicht denken können, es gäbe so etwas wie „GENUG“. Wann ist denn „GENUG“ genug? Und wer sollte es uns auch sagen, oder es bestimmen? Können wir es gar selbst empfinden?

Niemand will „GENUG“ haben, so lange es andere gibt, die „MEHR“ haben. Und damit das so bleibt, wurde klammheimlich ein neuer Wochentag eingeführt. „MORGEN“.

USA: Angst vor Manipulation der Wahlcomputer durch Moskau

diesen Artikel von Florian Rötzer habe ich mit heutigem Datum auf Telepolis/Heise online entdeckt. Es geht die Angst um, Moskau würde zugunsten Trumps die Wahlergebnisse durch gehackte Wahlcomputer manipulieren.

Innehalten.

Diese Diskussion ist eine Beleidigung für jeden denkenden Menschen. Schon vor ungefähr 50 Jahren sind Menschen zum Mond ge(f)logen, aber heute schaffen die Amerikaner es nicht Wahlen so zu veranstalten, dass sie nicht manipuliert werden können?

Wenn manipuliert wird, dann auch nicht durch die eigene Machtelite (na klar nicht, die Vorauswahl ist schon längst gelaufen), sondern – tata: – die bösen Russen sinds!

Ergebnis dieser Manipulation könnte sein, dass Donald Trump Präsident wird, und nicht Hillary Clinton.

Es wird unterstellt: a) Moskau favorisiert Trump und b) würde nicht manipuliert werden, würde rechtmäßig Clinton Präsidentin sein. Ach ja und c) sollte es Trump werden, ist die Wahl nicht mit rechten Dingen zugegangen.

Als wäre es nicht auch in den Vereinigten Staaten von Amerika egal, wer nun eine oder zwei Amtszeiten sein Gesicht in die Kamera hält.

Stopp Ramstein – 10. und 11. Juni 2016

Die Menschenkette am Samstag: eingeteilt in 7 Abschnitte. Leider war sie nicht lückenlos, aber das ist der beste Grund nächstes Jahr wieder da zu sein und die Kette zu schließen! Dieses Jahr waren wir nach Veranstalterangaben 5.000 Menschen, die eine Schließung Ramsteins bzw. Kündigung des Vertrags forderten, nächstes Jahr sind wir 50.000!

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Vorstellung

Viele Dinge machen mich stutzig. Dagegen hilft nur eines: Versuchen zu verstehen. Dazu braucht es fragen, recherchieren, andere Meinungen einholen, diskutieren und dabei immer schön sachlich und gelassen bleiben. Eine präzise Sprache und klare Gedanken gehen Hand in Hand. Gibt es neue Informationen oder Aspekte, werden Dinge überdacht. Es ist keine Schande, seine Meinung zu ändern. Wer auf seinem Standpunkt beharrt, kommt keinen Schritt weiter.

Wann immer mich etwas stutzig macht, mache ich es hier zum Thema.

Ich freue mich auf ein gemeinsames Weiterkommen.